Klassik

In der Theorie ist die Klassik nur schwer als Theoriegebäude abzugrenzen. Hier soll unter Klassik die Theorien der englischen Klassiker verstanden werden.

Bezeichnend für die Klassiker ist der Glaube an die Stabilität der Wirtschaft und der absoluten Funktionsfähigkeit des Marktes. Nach Smith führt eigennütziges, individuelles Verhalten zum Wohlfahrtsmaximum für die gesamte Volkswirtschaft. Der Staat hat eher eine untergeordnete Rolle als Garant für die individuelle Freiheit und als Bereitsteller eines ordnungspolitischen Rahmens. Bezeichnend für die klassische Ökonomie ist die Annahme vollständiger Konkurrenz, die nach einer externen Störung immer wieder zum Marktgleichgewicht strebt. Vollständige Konkurrent meint hier u.a., daß der einzelne Unternehmer mit seinem Angebot den Preis auf dem Markt nicht beeinflussen kann, sondern daß er den Preis als für ihn gegeben hinnehmen muß.

Bezüglich des monetären Sektors nehmen die Klassiker an, daß Geld nur als Zahlungsmittel dient und keine eigenständige Vermögensfunktion bildet. Zwischen monetärem und realem Sektor herrscht eine Dichotomie, d.h. Veränderungen des monetären Sektors haben keinen Einfluß auf die reale Sphäre.

Das Problem ein Inflation verursacht durch eine zu hohe Geldmengenexpansion war bei den Klassikern nahezu unbekannt. In der Modellwelt der Klassiker haben Unterbeschäftigung, Wirtschaftskrisen, Unterinvestition keinen Platz, da der Preismechanismus immer eine Räumung des gesamten Marktes bewirkt und das demnach immer wieder das wirtschaftliche Gleichgewicht automatisch erreicht wird.

Ein fundamentales Theorem für die Klassik ist das von SAY. Nach diesem Theorem schafft sich jedeas Angebot seine Nachfrage (vgl. Keynesianismus, bei Keynes ist gerade mangelnde Nachfrage ein Grund für wirtschaftliche Ungleichgewichte).

Da Geld allein eine Transaktionsfunktion und keine Wertaufbewahrungsfunktion zukommt findet eine Nachfrageausfall aufgrund von Geldhortung nicht statt, da dies eine in den Augen der Klassiker eine sinnloses unterfangen darstellt. Die Bildung von höhere realen Ersparnis (z.b. Ersparnis in Form von Gütern) kann auch keine Nachfragedefizite produzieren, da den Ersparnissen langfristig Investitionen in gleicher Höhe gegenüberstehen.Langfristig sind also alle Märkte durch das Funktionieren des Preismechanismuses geräumt.

Aus heutiger Sicht kann der Glaube an die uneingeschränkte Stabilität des privaten Sektors als nicht mehr haltbar angesehen werden. Aber die Aufassung des Staates als ein Nachtwächter hat sich weiter verbreitet und findet auch Eingang in die monetaristische Theorie.