Monetarismus

Der Montarismus ist insbesondere aus der Kritik am Keynesianismus hervorgegangen. Kurz definiert kann der Monetarismus als eine moderne, klassische Quantitätstheorie (siehe Klassik) bezeichnet werden. Veränderungen des Volkseinkommens werden nach dieser Theorie von Veränderungen des Geldangebots bestimmt.

Hauptvertreter sind: Karl Brunner, Milton Friedman und Allan H. Metzler. Der Monetarismus entstand nach dem 2.Weltkrieg als Folge steigender Inflationsraten. Das „typisch“ keynesianische Problem der Unterbeschäftigung blieb trotz anderslautiger Prophezeihungen aus und es kam nicht zu Nachfragedefiziten sondern im Gegenteil zu Vollbeschäftigung und einem starkem wirtschaftlichem Aufschwung, der das Problem der Inflation in den Vordergrund rückte.

Die Theorie:

Der Monetarismus ist aber kein in sich stabiles und eigenständiges Theoriegebäude sondern kann eher als modernes Gegenstück zum Keynesianismus verstanden werden. Innerhalb dieser Theorie unterscheiden sich einzelne Meinungen noch erheblich.

Wie in der Klassik geht auch der Monetarismus von der grundsätzlichen Stabilität des privaten Sektors aus . Ausgehend von der alten Quatitätsgleichung

(M*v = p*Y => Geldmenge * Umlaufgeschindigkeit des Geldes = Preisniveau * Volkseinkommen)

bildet sich die Neoquantitätstheorie. Der größte Unterschied besteht darin, daß die Umlaufgeschwindigkeit des Geldes (d.h. Wie oft wird eine Geldmenge x zur Transaktionen innerhalb einer Zeitperiode y verwandt) nicht mehr wie in der Klassik als Konstant angesehen wird sondern von der Geldnachfrage abhängt. Friedman bildete hier den Ansatz des permanenten Einkommens, auf den hier nicht näher eingegangen werden soll.

An dieser Neuformulierung der Quantitäsgleichung lassen sich die großen Unterschiede zu Keynes deutlich machen:

a) expansive Geldpoltik bei Unterbeschäftigung. Nach Friedman gibt es nur eine natürliche Arbeitslosigkeit. Diese bestimmt sich aufgrund falscher Reallohnvorstellungen und Informationsmängeln. Diese „natürliche“ Rate der Arbeitslosigkeit (NAIRU) läßt sich nach Auffassung des Monetarismus allenfalls kurzfristig unterschreiten, langfristig wird sie sich wieder auf dieses Niveau einstellen. Ein Beispiel mag dies verdeutlichen:

Eine Volkswirtschaft befindet sich im wirtschaftlichen Gleichgweicht. Das jährliche Wirtschaftswachstum liege bei 4% und die Geldmenge wächst jährlich konstant mit 6%. Demnach liegt die Inflationsrate bei 2%. Die Wirtschaftssubjekte werden nun ihre Erwartugnen langfristig an diese Zahlen eingleichen und in ihre Planungen aufnehmen (z.B. bei Tarifverhandlungen), d.h. die Arbeitnehmer werden mindestens 2% jährliche Lohnsteigerungen verlangen, um den Kaufkraftrückgang aufzufangen. Wird nun seitens der Zentralbank eine überraschende Geldmengenexpansion über die in den Vorjahren liegenden 6% hinaus vorgenommen (z.B. 8%) findet dies natürlich nicht sofort Eingang in laufenden Planungen. Der Reallohn und der Realzins können deshalb kurzfristig sinken. Mittel- bis langfristig werden die Wirtschaftsubjekte diese neue höhere Inflationsrate (jetze 4%) in ihre Vertragsverhandlungen aufnehmen und die eingangs erwähnten Lohnsenkungen wieder rückgängig machen. Die durch die Reallohnsenkungen verursachte Kostensenkung bei den Unternehmen und der damit verbundene Beschäftigungsanstieg wird sich nicht halten können. Letztendlich kommt es zum alten Gleichgweicht bei einer höheren Inflationsrate. Damit wird unterstellt, daß sich durch die Geldpolitik keine langfristigen positiven Einkommenseffekte ergeben können und daß die Geldpoltik selber Ursache von wirtschaftlichen Störungen ist.

b) Der Fiskalpolitik wird nach monetaristischer Auffassung auch keine große Wirksamkeit unterstellt. Bei Finanzierung über Steuern kommt es zu einer großen Verdrängung privater Investitionen, die im Extremfall vollständig sein kann. Bei finanzierung der Ausgaben über die Geldschöpfung liegt in Wahrheit keine Fiskalpoltik sondern in Wahrheit eine Geldpoltik vor, die die schon oben erwähnten Effekte hat. Zudem bestehen zowohl bei fisklapoltischen als auch bei geldpoltischen Maßnahmen sogenannte Time-Lags. D.h. von der Analyse einer wirtschaftlichen Situation bis hin zur Maßnahmenbestimmung und Maßnahmendurchführung vergeht einige Zeit, was dazu führen kann, daß die gewählten Maßnahmen genau das Gegenteil von dem erreichen was eigentlich angestrebt werden sollte. Im Extremfall können antizyklische Maßnahmen im Endeffekt prozyklisch wirken.

Beispiel: Befindet sich die Volkswirtschaft in einer Rezession sollen seitens der Zentralbank eher eine expansive Geldpolitik durchgeführt werden, um durch niedrige Zinsen Investitionen zu stimulieren. Bis aber die Situation hinreichend analysiert und adäquate Maßnahmen getroffen sind und diese Maßnahmen auch bis zum privaten Sektor vorgedrungen sind kann soviel Zeit vergangen sein (Monetaristen gehen von Time-Lags von insgesamt bis zu 5 Jahren aus), daß sich die Volkswirtschaft schon wieder in einer Aufschwungphase befindet und die expansive Geldpoltik noch aufheizend wirkt und das eigentlich Ziel völlig verfehlt.

Wirtschaftspolitische Implikationen:

Nach monetaristischer Auffassung sollte sich die Geldpolitik in einer trendmäßigen Geldmengenpolitik wiederfinden, die einzig und allein das Wirtschaftswachstum alimentiert. Die Erwartungen der Wirtschaftssubjekte können sich dadurch verstetigen und es kommt zu einer weiteren Stabilisierung des realen Sektors.

Diese „Art“ Geldpolitik aufzufassen wurde auch von der Deutschen Bundesbank aufgegriffen und auch als Politik übernommen. Auch die EZB verfolgt (aber nur zum Teil) eine geldmengenorientierte Strategie. Grundsätzlich kann aus der Erfahrung mit der Politik der Deutschen Bundesbank heraus gesagt werden, daß eine stetige, an den Wachstum des Produktionspotentials orientierte Geldmengenpolitik als durchweg positiv angesehen werden kann. Als Kritikpunkte gegen den Monetarismus können aber Punkte wie Verharmlosung sozialer Ungleichgewichte, Vernachlässigung externer Effekte und zu „hoher“ Glaube an die Selbstregulierung des privaten Sektors angeführt werden.

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