Adam Smith

AdamSmith

Smith, Adam (1723-1790)

„it is not from the benevolence of the butcher, the brewer, or the baker, that we expect our dinner, but from their regard to their own interest“ A Smith

Er studierte in Glasgow (1737-1740) und in Oxford (1740-1746) und wird Professor für Logik und später für Moralphilosophie (Glasgow 1751-1763). Adam Smith war englischer Nationalökonom und mit ihm beginnt die eigentliche Geschichte der Wirtschaftswissenschaften. Sein größster Unterschied zu den zeitgenössischen Merkantilisten war, daß sich seiner Meinung nach der Reichtum einer Nation nicht auf die Verteilung des bestehenden Edelmetallschatzes begründete, sondern auf die stete Vermehrung des Arbeitsproduktes. Nach Smith beruhte der Wohlstand und der Reichtum eines Landes zum einen auf dem Niveau und dem Wachstum der Arbeitsproduktivität und zum anderen auf dem Fortschritt der Kapitalakkumulation.

Kernpunkt seiner klassischer Ökonomie bildet das Harmonieprinzip. Hierunter kann die grundsätzliche Funktionsfähigkeit einer Marktwirtschaft verstanden werden Die „invisible Hand“des Markets (d.h. des Preismechanismuses) führt trotz (oder gerade wegen) eigennützigem Handeln der Marktteilnehmer zu einer Koordination der Wirschaftspläne. Das individuelle und eigennützige Streben nach Gewinn führt zum größtmöglichen gesellschaftlichen Wohlstand. Er unterstellte dabei immer vollständige Konkurrenz auf den Märkten, d.h. das einzelne Unternehmen kann das Preisniveau des Gutes das es produziert durch seine eigene Angebotsmenge nicht beeinflußen. Es muß den Preis als vom Markt gegeben akzeptieren. Das Unternehmer verhält sich als Mengenanpasser.

Er war sich zudem der zentralen Bedeutung der Arbeitsteilung und der Steigerung der Produktivität bewußt. Gerade durch die Verfolgung des Selbstinteresses wird, nach Smith, auch die Spezialisierung und eine steigende Arbeitsteilung gefördert. Eine wachsende Arbeitsteilung bewirkt darüber hinaus auch eine Ersparnis von Zeit und erleichtert den Einsatz und die Entwicklung neuer Maschinen. Auf die heutige Zeit bezogen ist das Internet und die Computertechnologie die Spitze dieses theoretischen Ansatzes zur Arbeitsteilung. Nach Smith war Arbeitsteilung zudem notwendig, weil es der Einsatz von Arbeitskräften nach Fähigkeiten, die Ausnutzung der Komplementarität von Produktionsprozessen und die Spezifizierung des Produktionspotentials ermöglichte.

Er unterschied beim Preismechanismus zwischen natürlichem Preis (Durchschnittskosten) und Marktpreis (Gebildet durch Angebot und Nachfrage). Der Marktpreis gibt Auskunft über den Grad der Knappheit des gehandelten Gutes. Der Marktwert schwankt um den natürlichen Wert, kann sich auf Dauer aber nicht weit von ihm entfernen. Das vorliegen vollständiger Konkurrenz und die Stabilität des privaten Sektors sorgt für eine automatische Bewegung des Preises hin zum Gleichgewichtsniveau. Anhaltende Ungleichgewichte mit Unterbeschäftigung sind nicht möglich.

Neben der Arbeitsteilung und einem funktionierendem Preismechanismus kam bei Smith auch der Konkurrenz eine wichtige Rolle zu. Er verstand Konkurrenz als eine Art evolutionärem Wettbewerb bei dem die neuentdeckten Vorteile weiterer Arbeitsteilung, neuer Produkte sowie Änderungen bei den Präferenzen der Verbraucher eine ständige Steigerung des gesamtwirtschaftlichen Wohlstands möglich macht. Es gab zwar noch keine eigenständige Wachstumstheorie, aber aus heutiger Sicht könnte sein Ansatz so beschrieben werden: Bei vorliegen vollständiger Konkurrenz kann eine Unternehmer durch Kosteneinsparungen, Produktivitätssteigerungen, Entwicklung neuer Produkte etc. kurzfristig eine Form von „Marktmacht“ erlangen, die es ihr ermöglicht Preis und Menge des angebotenen Gutes zu bestimmen. Mittel- bis Langfristig kommt es aber zu Aufhol- und Nachahmungseffekten, die den Vorsprung wieder verringern und letztendlich ganz aufheben, bis wieder das Gleichgewicht bei vollständiger Konkurrenz erreicht ist.

Aufgrund der offensichtlichen Vorteile einer Arbeitsteilung war er auch Befürworter von Freihandel und kann somit als früher Anhänger der Globalisierung bezeichnet werden. Der Staat sollte nach Smith im Wirtschaftsleben nur eine untergeordnete Rolle spielen. Einzig und allein bei der Bereitstellung einiger öffentlicher Güter, wie der Verteidigung, der Bildung und der Verkehrswege kam dem Staat eine bedeutende Rolle zu. Seine Werke erschienen schon zu Lebzeiten in bis zu sechs Auflagen und wurde mehrfach übersetzt.

Wirtschaftspolitische Ableitungen:

Aufgrund der Annahme vollständiger Konkurrenz und der Funktionsfähigkeit des Preismechanismuses würde Smith, wenn überhaupt, nur ein staatliche Politik zur Bereitstellung eines rechtlichen Ordnungsrahmens sowie einer Infrastruktur akzeptieren. Der Staat sollte sich jedoch jeglicher Marktinterventionen enthalten. Hier zeigt sich auch seine für die damalige Zeit vorherrschende liberale Grundhaltung. Er würde wohl im Vergleich der internationalen Systeme das amerikanische im Vergleich zur deutschen sozialen Marktwirtschaft bevorzugen.

Hauptwerke: An Inquiry into the Nature and Causes of the Wealth of Nations (1776), Theory of Moral Sentimensts (1759)

Schreibe einen Kommentar