Arthur Cecil Pigou

Arthur Cecil Pigou (1877-1959)

Arthur Pigou wurde 1877 in Ryde auf des Isle of Wright geboren. Er studierte Geschichte und Moralwissenschaften am King´s College in Cambridge. Ab 1901 hielt er eigene Lehrveranstaltungen und wurde 1908 Nachfolger von Alfred Marshall. Er war ein Englischer Nationalökonom und seine Leistung in der ökonomischen Forschung liegen insbesondere im Bereich der Beschäftigungspolitik und der Wohlfahrtsökonomie. Im folgenden sollen zwei von Pigou entwickelte Konzepte erläutert werden.

1. Der Pigou-Effekt. Im Gegensatz zu Keynes war Pigou der Aufassung, daß es kein dauerhaftes wirtschaftliches Gleichgewicht bei Unterbeschäftigung geben könne. In der keynesianischen Theorie ist dies in dem Spezialfall der Liquiditätsfalle (die Investitionen reagieren nicht auf Zinsänderungen) möglich. Die Wirkungen sind in diesem Fall wie folgt: Preise sinken –> reale Geldmenge steigt –> Zinsen fallen –> ABER keine Anregung der Investitionen.

Pigou geht bei seinen Erläuterungen dagegen auf die direkten Wirkungen von Preissenkungen auf die effektive Nachfrage ein. Fallende Preise bedeuten hier nach Pigou c.p. eine Erhöhung der Realkasse (Reallkasse meint hier verneinfacht gesagt, das Geld das den einzelne Wirtschaftssubjekten zu Transaktionszwecken zur Verfügung steht.). Die Wirtschaftssubjekte werden nun versuchen ihre geänderte Realkasse wieder der gewünschten anzupassen. Die Sparneigung sinkt und der Konsum steigt (Natürlich nur relativ, da sich die nominalen Größen nicht geändert haben). Die Konsumnachfrage wird stimuliert und es kommt zu einer Erhöhung der effektiven Nachfrage, die dann auch wieder Produktion und Investitionen stimulieren kann.

2. Pigou-Steuer. Obwohl man Pigou als Neoklassiker bezeichnen kann folgte er nicht dem Glauben der Klassiker, wie Smith, die eine vollständige Funktionalität des Marktes unterstellten. Pigou war der Auffassung, daß es Fälle gab bei denen der Markt versagt. Dies sei insbesondere dann der Fall, wenn es um sogenannte „Externe Effkte“ geht. Externe Effekte beschreiben hier Auswirkungen z.B. bei der Produktion eines Gutes, die sich nicht in der Preisbildung dieses Gutes wiederfinden. Beispielhaft können hier die Umweltauswirkungen bei der Produktion eines beliebigen Gutes erwähnt werden. Diese haben Auswirkungen auf Dritte Personen, die sich aber nicht im Preis dieses Gutes wiederfinden. Die einzelwirtschaftlichen Kosten sollten nun nach Pigou den volkswirtschaftlichen Kosten, durch Einführung einer Pigeou-Steuer, angepasst werden. Schwierigkeiten bei der Erhebung dieser Steuer auf negative externe Effekt besteht insbesondere darin, die Effekte ökonomisch zu bewerten und in monetäre Größen umzuwandeln.

Wirtschaftspolitische Implikationen:

Pigou unterstellte mögliche Situation bei denen es zu einem Marktversagen kommen kann, d.h. der Marktmechanismus nicht funktioniert. Heute findet das Konzept die Pigou-Steuer Eingang in die Steuerpolitik. Die ökologische Steuerreform stellt zwar kein Pigou-Steuer in Reinform dar, aber der Hintergrund (Internalisierung externer Effekte) ist derselbe. In neuerer Zeit werden auch Konzepte entwickelt, die es ermöglichen die negativen externen Effekte in ökonomisch meßbare Größen zu wandeln (z.B. Umweltzertifikate). Abgesehen davon war Pigou aber denoch ein Vertreter der klassischen Nationalökonomie. Er unterstellte zwar ein mögliches Marktversagen war aber grundsätzlich von der Funktionsfähigkeit des Preismechanismuses überzeugt.

Hauptwerke: Employment and Equilibrium (1941), The Theory of Unemployment (1933).