James Tobin

James Tobin

Amerikanischer Nationalökonom. Tobin macht sich insbesondere mit Beiträgen zur Portfoliotheorie verdient. Er vertrat wie Keynes die Auffassung, daß eine aktive Schuldenpolitk des Staates, und damit Einwirkung auf die Nachfrageseite, für die Wirtschaft als ganzes von Vorteil wäre. Zudem war er der Meinung, daß eine Trennung von Geld- und Fiskalpolitik nicht als Vorteilhaft anzusehen sei, da nur ein koordiniertes Einsetzen beider Instrumente für die gesamte Wirtschaft von Vorteil wäre.

Hervorzuheben ist hier das sogenannte Tobinsche q. Mit diesem Wert lassen Einwirkungsmöglichkeiten der Geldpolitk auf den realwirtschaftlichen Sektor analysieren.

q = R/rk

R beschreibt hier die Grenzleistungsfähigkeit des Kapitals, d.h. die erwartete Ertragsrate neuer Investitionen. rk beschreibt jene Verzinsung zu denen die privaten Haushalte ihr bestehendes Realkapital zu halten wünschen.(Stark vereinfachend: zu einem Zinssatz von z.B. 5% bin ich bereit mein Sparvolumen in der bestehenden Menge zu halten). Liegt nun R über rk (z.B. R=8% und rk=5%) bringen neues Realkapital (Investitionen) einen höheren Ertrag als bestehendes Realkapital (Investitionen), also wird solange neu investiert, bis R sich rk wieder angeglichen hat. Mit zunehmenden Investitionsvolumen sinkt nämlich R, da nun auch weniger rentable Investionen durchgeführt werden. Bei R=rk ist das Kapitalangebot gleich der Kapitalnachfrage und es kommt weder zu einer Ausweitung noch zu einer Verringerung des Investitionsvolumens.

Mit diesem q lassen sich nun geldpolitische und fiskalpolitische Impulse und deren Wirkungen auf den realwirtschaftlichen Bereich untersuchen. Nach Tobin wirken expansive geldpolische Impulse positiv auf die Investitionstätigkeit (q steigt).Auf die Begründung soll hier nicht im einzelnen eingegangen werden. Hervorzuheben bleibt, daß Tobin als sogenannter postkeynesianer, wie Keynes davon ausging, daß von einer aktiven Geldpoltik positive realwirtschaftliche Effekte ausgehen können.

Hauptwerke: The Interest Elasticity of Transaction Demand for Cash (1956), Liquidity Preference as Behavious towards Risk (1958)