John-Baptiste Say

John-Baptiste Say (1767-1832)

Say wurde am 5. Januar 1767 in Lyon geboren. Er war französischer Nationalökonom und baute seine wissenschaftliche Forschung insbesondere auf die Arbeiten von Adam Smith auf. Kennzeichnend für ihn als auch für die Zeit war eine liberale und humanistische Grundhaltung. In dieser Haltung spiegelt sich auch die Nähe zu Smith wieder. Denn auch Say stand dem Staat eher skeptisch gegenüber und sah das eigenverantwortliche Individuum im Mittelpunkt seines Interesses.

Im Gegensatz zu Smith kam seiner Meinung nach nicht nur der Arbeit als Produktionsfaktor sondern auch dem Boden und dem Kapital als weitere bestimmende Produktionsfaktoren eine wichtige Bedeutung zu. Darüber hinaus erweitere er Smiths Begriff von Wohlstand um dem Handel und das Humankapital, denen er auch eine Produktivität unterstellte. Er sah zwar auch die großen Vorteile einer steigenden Arbeitsteilung, unterstellt ihr aber auch Grenzen (Bedarf der Verbraucher) und Nachteile (eine Art Entfremdung der Arbeiter). So verstand Say technischen Fortschritt eher als Vermehrung von Wissen und nicht allein als eine steigende Arbeitsteilung und Spezialisierung.

Bis heute in Erinnerung geblieben ist er durch das nach ihm benannte Sayssche Theorem. Nach diesem Theorem schafft sich jedes Angebot seine Nachfrage, d.h. nach Say kann es langfristig keine Arbeitslosigkeit geben. Wie andere Klassiker sah er Geld nur als Schmiermittel für die Wirtschaft, da es die „Tauschgeschäfte“ unter den einzelnen Wirtschaftssubjekten vereinfacht. Nach seiner Auffassung wird ein Produzent von Gütern sein gesamtes Einkommen wieder zum Kauf von Gütern verwenden, eine „Horten“ von Geld versprach keinen Zinsgewinn. Mit steigender Produktion steigt somit auch gleichzeitig die Nachfrage, was eine Überproduktion unmöglich macht. Geld sprach Say eine reine Tauschmittelfunktion zu. Eine Wertaufbewahrungsfunktion sah er in Geld nicht. Zwar wird durch die Geldmenge das Preisniveau beeinflußt, da aber Geld ein reines Tauschmittel darstellt ist dies für ihn nicht von großer Bedeutung.

Dem Staat stand er, wie die meisten Klassiker, skeptisch gegenüber. Zudem kann er aus heutiger Sicht als moderner Finanzpolitiker bezeichnet werden. Seiner Meinung nach versprachen weniger Steuern und Abgaben letzendlich eine höhere Einnahmemenge für den Staat als eine relativ höhe Abgabenlast, da diese die Investitionstätigkeit und damit die Nachfragemöglichkeiten der Wirtschaftssubjekte einschränkt. Der Staat sollte selber nicht produzieren, da dies durch die Privaten besser geschehen könne. Ihm käme allein die Schaffung öffentlicher Güter wie Straßen und Sicherheit zu.

Nach Say gab es drei bestimmende Produktionsfaktoren Arbeit, Kapital und Boden. Fortschritte der Arbeitsproduktivität bestimmt sich auch durch neue Produktionsverfahren und neue Produkte und nicht allein als Ergebnis der Arbeitsteilung. Neben all diesen Gemeinsamkeiten mit der klassischen Arbeitswertlehre, bestand aber für ihn im Gegensatz zu Smith der Wert eines Gutes nicht in der für dessen Produktion notwendigen Arbeit sondern in dem Nutzen dem er dem Käufer bringt. Hier entfernt er sich wieder von der klassischen Arbeitswertlehre eines Smith. Eine eigenständige Nutzenwerttheorie hat er aber nicht entwickelt.

Ableitungen für die Wirtschaftspolitik:

Say würde in der heutigen Zeit eine angebotsorientierte Wirtschaftspolitik bevorzugen. Da sich nach dem Sayschen Theorem jedes Angebot seine eigene Nachfrage schafft, hat eine Rezession immer ein mangelndes Angebot als Ursache. Dem Staat hat hier die Rolle die unternehmerischen Rahmenbedingungen zu verbessern, um die Produktions- und Investitionstätigkeit auszuweiten.

Hauptwerke: Traité d´economique politique ou simple exposition de la manière dont se forment, se distribuent et se consument les richesses (1803/1830) Paris, Catéchisme d´économie politique, Paris. 1815.