John Gustav Knut Wicksell

John Gustav Knut Wicksell (1851-1926)

Wickell wurde 1851 in Stockholm geboren. Nach dem Abitur studierte er Uppsale Mathematik. 1895 promovierte er und im Alter von 45 Jahren studierte er noch Jura, da nur dieses Studium das Innehalten eine Lehrstuhls erlaubte. 1899 wurde er Dozent für Volkswirtschaftslehre und Finanzrecht.

Bekannt in der Ökonomie ist Wicksell durch dem nach im benannten Wicksell-Effekt. Er unterschied dabei zwischen einem Marktzins und einem natürlichem Zins. Der natürliche stellt dabei das Grenzprodukt des Kapitals dar und der Marktzins der Kreditzins auf dem Kapitalmarkt. Unterstellt man nun eine autonome Geldmengenerhöhung der Zentralbank kommt es zu folgenden Effekten:

1. Das Kreditangebot steigt und der Marktzins sinkt.

2. Unterstellt man einen zunächst konstanten natürlichen Zins steigt die Kreditnachfrage, da die Kosten des Kredites (Marktzins) kleiner sind als der Ertrag der Investition (natürlicher Zins).

3. Mit der Ausweitung der Investitionstätigkeit sinkt der natürliche Zins, da nun auch weniger ertragreiche Investitionen durchgeführt.

4. Die Investitionen werden solange ausgeweitet, bis sich natürlicher und Marktzins wieder angeglichen haben.

5. Durch die erhöhte Kreditnachfrage steigt aber auch der Marktzins, was der vorhergehenden Senkung entgegenwirkt. Übersteigt der Marktzins den natürlichen Zins besteht kein Anreiz zur Ausweitung der Investitionen.

Neben diesen Wicksell-Effekt erarbeitete er auch, wie in einer Wettbewerbswirtschaft bei gegebener Anfangsausstattung und gegebenem Wissen eine optimale Nutzung des Faktorbestandes erreicht werden kann. Er gilt damit auch als Mitbegründer der Grenznutzenschule.

Darüber hinaus beschäftigte er sich auch mit der Herstellung von Preisstabilität. Er schlug dabei einen Warenkorb vor, der sich den Veränderungen der Verbrauchsgewohnheiten in der Zeit anpaßt und somit eine Möglichkeit zur Messung des Preisniveaus und seinen Änderungen in der Zeit ermöglicht. Diese Methode mit Hilfe eines Warenkorbes gesamtwirtschaftliche Preisänderungen zu messen ist für Ökonomen heute eine Selbstverständlichkeit.

Wirtschaftspolitische Implikationen:

Neben den grundsätzlichen Ansichten der klassischen Ökonomen, hat Wicksell schon zur damaligen Zeit auf einige Dinge aufmerksam gemacht, die aus heutiger Sicht selbstverständlich sind. Er war der Meinung, daß alle Arbeitnehmer zu ihrem Grenzprodukt entlohnt werden müßten auch wenn dieses unter dem Existenzminimum liegt. Die Differenz sollte aus steuerfinanzierten Wohltätigkeitsfonds bezahlt werden. Dieser Ansatz einer negativen Einkommenssteuer ist heute viel diskutiert. Mindestlöhne könnten dagegen zu Felhallokationen führen und damit eine Abweichung vom Optimum Optimorum bedeuten.

Hauptwerke: Geldzins und Güterpreise (1898), Vorlesungen über Nationalökonomie auf Grundlage des Marginalprinzips (1913)