Joseph Alios Schumpeter

Joseph Alios Schumpeter(1883-1950)

Schumpeter wurde am 8. Februar 1883 in Triesch (Österreich-Ungarn) geboren. 1901 bestand er sein Abitur mit Auszeichnung. Im Jahre 1906 absolvierte er dann den Doktor der Rechtswissenschaften an der Universität Wien. Weitere Stationen ins seinem Leben waren:

1907-1908 Beschäftigung bei einem Anwalt in Kairo.

1909-1911 Professor and der Universität Czernowski.

1911-1921 Professor and der Universität Graz.

1921-1925 Präsident der Biedermeier Bank.

1925-1932 Professor für Finanzwissenschaft der Universität Bonn.

1932-1950 Havard, USA.

Schumpeter war vor allem von Eugen Böhm-Bawerk sowie insbesondere von Karl Marx beeinflußt. Wie Marx schwebte ihm als theoretische Konzeption eine Verbindung von wirtschaftlichen, historischen und politischen Elementen vor. Entgegen der herrschenden Meinung, ging er davon aus, daß eine vollkommene Konkurrenz nur in Ausnahmefällen bestand hat. Vorherrschend war für ihn eine monopolistische Konkurrenz, da sich jeder einzelne Unternehmer durch individuelle Preisgestaltung, Werbung und Produktinnovationen vor dem Eindringen von Konkurrenten in seinen Marktsegment schützen muß. Bis heute ist von Schumpeter insbesondere der Begriff der „schöpferischen Zerstörung“ in Errinnerung geblieben. Nach Schumpeter befindet sich der Kapitalismus in einem ständigen Wandel. Störungen des wirtschaftlichen Gleichgewichts gehen nach Schumpeter von fünf möglichen Kombinationen aus.

1. Erschaffung neuer Güter 2. Die Einführung neuer Produktionsmethoden 3. Die Erschließung neuer Märkte 4. Die Auffindung neuer Bezugsquellen von Rohstoffen und Halbfabrikaten 5. Die Reorganisation bzw. die Schaffung einer Monopolstellung.

Der „schöpferische“ Akt eines einzelnen Unternehmers regt natürlich Nachahmer an, was zu einen konjunkturellem Aufschwung führt. Mittelfristig werden jedoch, auch bedingt durch die Nachahmer sowie Kostensteigerungseffekten, die Mehrgewinne des schöpferischen Unternehmers wieder abnehmen

In Schumpeters Analyse von Kunjunkturzyklen spielt diese kreative Zerstörung eine tragende Rolle. Mit diesem Ansatz will Schumpeter auch beweisen, daß der Kapitalismus langfristig nicht überlebensfähig ist. die von ihm gepriesenen innovativen Kräfte des schöpferischen Unternehmers können durch „bezahlte Vollzugsorgane“ (Manager) gelähmt werden oder sogar ganz zum erliegen kommen. Zudem ist seiner Meinung nach die Vertragsfreiheit in Gefahr, wenn nur noch Formularverträge zwischen Konzernen und seiner anonymen Arbeiterschaft abgeschlossen werden. Mit dem Verschwinden des schöpferischen Unternehmers würde dann auch das kapitalistische System durch ein sozialistisches abgelöst.

Schumpeters „schöpferische Zerstörung“ hat gerade im Zeichen der Globalisierung und internationalen Vernetzung eine Renaissance erlebt, auch wenn sich seine Prophezeihungen über das kapitalistische System nicht bewahrheitet haben. Der Wandel hin zu einer Dienstleistungsgesellschaft, die zunehmende „Vercomputerisierung“, die internationale Vernetzung durch das Internet sowie auch neue Wirtschaftszweige wie die Gentechnologie werden heute wieder mit eine schumperterschen Prozeß der schöpferischen Zerstörung in Verbindung gebracht. Gerade im Bereich der sogenannten Internet-Startups kann von einem schöpfersichen Unternehmer im schumpeterschen Sinne gesprochen werden. Hier kann man aber leicht der Versuchung erliegen, dies als allumfassendes Argument für eine Verharmlosung der negativer Effekte dieser Umwälzungen zu mißbrauchen. Gerade die mit der schöpferischen Zerstörung einhergehenden sozialen Umwälzungen, die entstehende Arbeitslosigkeit und der wachsende Anspruch an den einzelnen Arbeitnehmer ( z.B. lebenslanges Lernen) gewinnen zunehmend an Bedeutung. Der Anteil der im Zuge dieses Prozeßes auf der Verliererseite steht wächst und neue Konzepte müssen entwickelt werden, diese im sozialen Netz aufzufangen.

Hauptwerke: Theorie der wirtschaftlichen Entwicklung (1911/1926), Business Cycles (1939), Capitalism, Socialism and Democracy (1942).