Karl Marx

Karl Marx (1818-1883)

Karl Heinrich Marx wurde am 5. Mai 1818 in Trier geboren. Von 1835 bis 1841 studierte er Rechtswissenschaft und Medizin in Bonn, Berlin und Jena. Kurzzeitig war er nach seiner Promotion Professor an der Universität Bonn, und dann Chefredakteur der Rheinischen Zeitung bis zu ihrem Verbot 1843. Bis zu seinem Tod lebte Marx in London. Er war ein deutscher Nationalökonom und ein Vertreter des wissenschaftlichen Sozialismus. Marx vertrat die Idee der klassenlosen Gesellschaft. Seine Theorien bauen auf denen der klassischen Ökonomen auf (insbesondere Smith und Ricardo). Die Arbeitswerttheorie von Ricardo machte er zur Grundlage seiner Mehrwerttheorie. Wie Ricardo geht er davon aus , daß der Wert eines Gutes von der zu seiner Herstellung notwendigen Arbeit abhängt. Bei Marx wird jedoch auch die Arbeit selbst zur Ware. Der Arbeiter selbst hat nichts was auf dem Markt anbieten kann außer seiner Arbeitskraft. Als Lohn erhält er genau soviel, wie er braucht um seine Arbeitskraft zu erhalten. Diesen Lohn bezeichnet Marx als Tauschwert der Ware Arbeitskraft. Im Gegensatz dazu steht der Gebrauchswert, der die in der gesamten Arbeitszeit hergestellte Gütermenge darstellt.

Der Mehrwert bezeichnet nun nach Marx genau die Differenz zwischen Tauschwert und Gebrauchswert, d.h. es kann ein Mehrwert nur dann entstehen, wenn ein Input mehr Arbeitswert an das Produkt abgibt als in ihm steckt. Eingesetze Produktionsmittel (z.B. Maschinen) können im Produktionsprozeß keinen Mehrwert schaffen. Sie können nur die in ihnen vergegenständliche Arbeit auf das Produkt als Wert übertragen. Nach Marx bestehen nun zwei Möglichkeiten mit dem Input der Ware Arbeit einen Mehrwert zu erzielen:

1. Die Verlängerung der Arbeitszeit über das für die Reproduktion notwendige Maß hinaus.

2. Die Verringerung der notwendigen Arbeitszeit. Dies kann nur über eine Verminderung des Wertes des Ware Arbeit geschehen, d.h. eine Erhöhung der Arbeitsproduktivität. Dies hat zur Folge, daß der Arbeiter weniger Zeit braucht um den Lohn zu produzieren der es ihm ermöglicht seine Arbeitskraft zu reproduzieren.

Die zweite Möglichkeit ist nun mit technischem Fortschritt und mit steigender Arbeitsteilung verbunden. Dies führt nach Marx zu einer Entfremdung des Arbeiters zu dem von ihm hergstellten Produkt, da sein „Beitrag“ zur Herstellung dieses Produktes im Endprodukt kaum noch sichtbar ist. Der technische Fortschritt hat nach Marx zur Folge, daß immer weniger Arbeiter immer mehr Produkte herstellen und damit die indutrielle Reservearmee wächst. Die wachsende Arbeitslosigkeit wiederum drückt die Löhne und damit die Kaufkraft, was dazu führt, daß die Produktion größer wird als die Nachfrage. Marx unterstellt dem Kapitalismus zyklische sich selbst verstärkende Krisen mit steigender Arbeitslosigkeit, die dann letztlich zur finalen Krise führt, da keine gesellschaftliche Entwicklung mehr möglich ist.

Wirtschaftspolitische Implikationen:

Im Kontext der gesellschaftlichen und wirtschaftlichen Situation, in der Marx seine Schriften verfasst hat, haben seine Thesen einige Relevanz. Marx konnte aber nicht die mit der Industrialiserung einhergehenden Verbesserung der Arbeitsbedingungen und Erhöhung der Löhne vorhersehen. Seine Thesen haben sich damit nicht bewahrheiten können. Es ist aber auch oft für politische Zwecke missbraucht worden. Seine Ansätze sind aber auch von anderen Ökonomen hoch geschätzt worden (z.b. Schumpeter) und haben in der ökomischen Theoriegeschichte einen hohen Stellenwert.

Hauptwerke: Marx und Engels (1927-1935) Gesamtausgabe, 7 Bände (nicht vollständig erschienen) Moskau.