Milton Friedman

Milton Friedman

„Inflation is always and everywhere a monetary phenomen.“ M. Friedman

Amerikanischer Nationalökonom. Friedman ist der Hauptvertreter des Monetarismus, dessen Grundvorstellungen streng liberal sind. Unterstellt wird eine Stabilität der Wirtschaft aufgrund der völligen Funktionsfähigkeit des Marktmechanismuses bei flexiblen Preisen.

Die größten Leistungen Friedmans liegen in der permanenten Einkommenstheorie, der Erklärung der langfristigen Philippskurve und der Rolle einer Stabilisierungspolitik. Nach Friedman ist die private Wirtschaft in sich stabil. Die Konjunkturschwankungen werden nach seiner Auffassung durch fiskal- und geldpolitische Interventionen ausgelöst. Insbesondere die Geldpoltik ist mit Wirkungsverzögerungen verbunden und damit Auslöser von Konjunkturschwankungen. Der Geldpolitk werden allenfalls kurzfristige Einkommenseffekte zugebilligt. Eine plötzliche und von den privaten Wirtschaftsubjekten unerwartete Geldmengenausweitung bewirkt eine Senkung der Reallöhne, da die Arbeiter in ihren Lohnverhandlungen eine aus Vergangenheitswerten bestimmte Inflationsrate ansetzen, diese hat jedoch aufgrund der plötzlichen Geldmengenerhöhung nicht einen völligen Kaufkraftausgleich zur Folge. Bei zuvor nicht voll ausgelasteten Resourcen steigen nun Produktion und Beschäftigung. Die privaten Wirtschaftssubjekte werden aber diese plötzliche Geldmengenerhöhung in ihre zukünftige Erwartungsbildung über die Inflationsrate mit einbeziehen, was nach monetaristischer Ansicht langfristig wieder zu einem Rückgang von Produktion und Beschäftigung führt. Werden zudem bei der Form der Erwartungsbildung, rationale Erwartungen und vollständige Information unterstellt kommt auch nicht zu kurzfristgen Einkommenseffekten. Die expansvie Geldpolitik wird von den Wirtschaftsubjekten vollständig adaptiert und es kommt einzig und allein zu einer höheren Inflationsrate. In diesem Fall wird die Philippskurve senkrecht. Der von ihr unterstellte Zusammenhang zwischen Inflationsrate und Höhe der Arbeitslosigkeit besteht nicht mehr.

Der Friedman-Plan sah vor eine Mindestreserve von 100% einzuführen, um die eigenständige Geldschöpfung der Geschäftsbanken zu unterbinden und die Geldpolitk sollte sich langfristig an dem Umfang des Produktionswachstums orientieren.

Eine expansive Fiskalpolitik hat bei rationalen Erwartungen nur Preiseffekte und keine positiven Einkommenseffekte, was auch die Fiskalpolitik als Steuerungsinstrument für den Staat nutzlos werden läßt.

Zudem bestehen sogenannte Time-Lags bei der Geld- und Fiskalpoltik. Bis eine aktuelle wirtschaftliche Situation analysiertist, adäquate Maßnahmen vorbereitet und durchgeführt sind und diese Maßnahmen auch bis in die private Wirtschaft durchgedrungen ist vergeht einige Zeit. Monetaristen gehen von Time-Lags von bis zu 5 Jahren aus. Dies kann dazu führen, daß geld- und fiskalpolitische Maßnahmen, die eigentlich prozyklisch wirken sollten antizyklisch wirken und damit auf eine völlig andere wirtschaftliche Situatione treffen, als die für die sie geplant waren.

Wirtschaftspolitische Implikationen:

Eine stetige Geldmengenpoltik, mit einer Ausrichtung auf das Wachstum des Produktionspotentials wurde auch von der Deutschen Bundesbank mit Erfolg durchgeführt, auch wenn es keinen Mindestreservesatz von 100% gab. Dieses an die monetaristische Position angelegte Konzept hatte großen Erfolg bei der Bekämpfung der Inflation and damit der Stabilisierung des wirtschaftlichen Umfeldes. Bezüglich der Fiskalpoltik, herrscht immer noch, mit einer Staatsquote von nahe 50%, eine eher keynesianische Politik vor.

Hauptwerke: Essays in positive Economics (1953), A Program for Monetary Stability (1959), Capitalims and Freedom (1962), The Optimum Quatity of Money and other Essays (1969)